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1. Herren: Das Ende einer unrühmlichen Saison

Landesliga | Samstag, 09.04.

Es sollte nocheinmal ein großer Kampf um die ersten Punkte der Saison werden und das am 20. und letzten Spieltag der Saison 2010/11. Ein letztes Mal Landesligaluft schnuppern. Letzter gegen Vorletzter. Saar 05 gegen Limbach. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir waren bereit.

Aber es kam alles anders.

Leider mussten die Gäste aus Limbach das Spiel absagen. Zwei Punkte am grünen Tisch. Die Freude darüber hielt sich in Grenzen. Schließlich wollten wir uns die Punkte an der Platte erkämpfen und zeigen, dass wir besser sind als es die Tabelle zeigt. Na ja, aber in einem Monat erinnert sich niemand mehr daran, mit wieviel Punkten wir abgestiegen sind.

An diese Saison werden wir uns aber wohl noch länger zurückerinnern. Verletzungen, Rücktritte und eine Menge Chaos prägten vor allem die Vorrunde. Haken dran. Die Rückrunde wurde besser. Die Punkte fehlten zwar nach wie vor und der Captain quälte sich auch immer noch mit einem kaputten Handgelenk, aber man hatte jetzt eine "Mannschaft". Christian K., Martin S., Aref, Tim, Sebastian und Tom machten ihre Sache ganz ordentlich. Mit einigen beachtlichen Ergebnissen konnte man hin und wieder die ein oder andere Mannschaft noch ins Schwitzen bringen. Und die drei Letztgenannten mussten nach der Hinrunde plötzlich zwei Klassen höher antreten. Keine leichte Aufgabe. Über das Wochenende vom 19./20.03. legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Samstags ne Klatsche, Sonntags Doppel falsch aufgestellt. Der 1.Sieg war futsch. Aber die Punkte holten wir uns an diesem Wochenende wieder. Alles in allem eine turbulente Saison, die schwer zu toppen sein wird. Aber Respekt an alle Sechs, die Saison vernünftig und mit Anstand zu Ende gebracht zu haben. Jedes Wochenende einen auf den Deckel zu kriegen ist auch nicht jedermanns Sache.

Lobenswert wäre hier nocheinmal die Leistung unseres Jüngsten, Tom. Mit einer beachtlichen Bilanz von 6:3 (zählen wir mal die Spiele gegen Merchweiler dazu) hat er doch einen Teil seines jahrelang gut versteckten Talents zeigen können. Als Notnagel nach der Hinrunde in die 1. Herrenmannschaft gekommen. "Das Mannschaftsgefüge in der 2. Mannschaft sollte nicht kaputtgemacht werden". Uns war es recht. Jahrelang nicht im Training aufgetaucht, entdeckte Tom plötzlich seine Leidenschaft für Training und sogar für Siege in Ligaspielen. Von der Kreisliga in die Landesliga in ein paar Wochen. Selbst die kühnsten Optimisten (und da zähle ich mich durchaus dazu) hätten das nicht für möglich gehalten.

Kommen wir noch zu Martin S. Aus seinem letzten Heimspiel für Saar 05 wurde nichts. Er wird uns Richtung Mainz verlassen, Erziehungswissenschaften und Psychologie studieren und natürlich ... die Frauen.

Als er 2007 zu uns gekommen ist, wusste niemand so wirklich was dieser Junge eigentlich möchte. Selbst nach mehrmaligem Nachfragen hatte man so seine Schwierigkeiten seinen Hamburger Dialekt zu verstehen.  Bewaffnet mit einem Aldi-Tischtennisschläger durfte er sich dann in der 3. Mannschaft probieren. Kreisliga, Tabellenletzter, da kann er nicht viel falsch machen. Mit einer Bilanz von 4:2 im hinteren Paarkreuz begann dann ein wohl nie dagewesener Durchmarsch bis in das vordere Paarkreuz in der Landesliga (dann schließlich mit "richtigem" Schläger). Mit seiner Aussprache entwickelte sich auch sein Tischtennisspiel. In seiner Anfangszeit war er wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit zu explodieren drohte, und sogar die Hallenwände der Schmollerturnhalle  zitterten wenn er die Halle betrat. Keine Wand war vor Faustschlägen und Fußtritten sicher. Im Laufe der Zeit kehrte aber ein Wandel ein. Nennen wir es mal ... Reife. Kein Geschrei, keine Tritte. Mit stoischer Ruhe bekämpfte er seine Gegner. Diese hatten stehts mit Müdigkeit zu kämpfen, ebenso wie seine Mannschaftskameraden. Einschläfernd und Emotionslos. Wie eine Ballmaschine. Kein Ball wurde verloren gegeben und die Gegner wurden niedergekontert und mit Rollaufschlägen bombadiert, bis das Spiel gewonnen war. So ging er jetzt vor. Letzte Saison legendäre Doppel mit Christian S.. Bälle ohne Tempo, ohne Spin, nur halten, bis der Gegner k... und das in aller Regel fünf Sätze lang. Ansehnlich wars nicht, aber gewonnen wurde fast immer und drüber lachen können wir bis heute. Coaching zwischen Sätzen, nicht bei Martin. "Kann mir nix merken, will mich lieber konzentrieren". Mit Erfolg. Eine beachtliche Bilanz von 8:14 konnte er am Ende der Saison '10/'11 im vorderen Paarkreuz der Landesliga vorweisen. Auch das hätten ihm nicht viele zugetraut. Letzte Saison noch am Verzweifeln, versuchte er doch stets "den Stock aus dem Arsch zuziehen" (O-Ton Martin), um befreiter Aufspielen zu können. Das ist ihm in dieser Saison oft geglückt und er hat sich zu einem echten Leistungsträger entwickelt. Durch drei Mannschaften und drei Klassen hat er sich innerhalb von drei Jahren gekämpft. Das wird wohl auf Jahre unerreicht bleiben. Mit Weisheiten wie "Frauen sind auch nur Menschen" wirst du uns in Erinnerung bleiben. Auf diesem Wege wünschen wir dir alles Gute. Bleibe der Tischtenniswelt erhalten.